Inklusiver Unterricht auch nach der Grundschulzeit
Die Behindertenbeauftragte des Landes Nordrhein-Westfalen teilt mit:
“Der gemeinsame Unterricht behinderter und nicht behinderter Kinder am Gymnasium und an der Realschule in Bielefeld-Bethel ist hervorragend. Das muss Schule machen”, erklärte Angelika Gemkow heute (10.02.2010) bei Ihrem Besuch mit Hospitation der Schulen. “Immer mehr Grundschulen unterrichten Kinder im gemeinsamen Unterricht. An vielen Stellen in Nordrhein-Westfalen wird die UN-Behindertenrechtskonvention also schon vorbildlich umgesetzt. Aber nach der Grundschule ist vielfach plötzlich Schluss für viele Kinder. Die Durchlässigkeit zur weiterführenden Schule fehlt. Es gibt kaum Angebote. Wahlfreiheit der Schulform für Eltern bedeutet, dass es in allen Schulformen Angebote zum gemeinsamen Unterricht behinderter und nicht behinderter Kinder geben muss. Gesamtschulen, Gymnasien, Realschulen sind besonders gefordert, die Schultüren für Kinder mit einer Behinderung zu öffnen”, betonte die Landesbehindertenbeauftragte
“Wichtige Voraussetzung ist, dass die Schulen barrierefrei sind. Ich will, dass die Kinder mit Behinderungen im neuen Schuljahr Angebote in allen weiterführenden Schulen haben, wenn sie aus dem gemeinsamen Unterricht der Grundschule verlassen. Das gemeinsame Lernen und Spielen muss weitergehen”, so Gemkow. “Schule für behinderte Kinder heißt für mich Vielfalt. Vielfalt der Förderorte und kompetenten Förderung in Nordrhein-Westfalen, wie wir sie durch engagierte Lehrerinnen und Lehrer tagtäglich erleben. Die vorhandene Kompetenz, die Erfahrungen mit Umgang mit den unterschiedlichen Behinderungen und schweren Erkrankungen unserer Kinder muss in allen Schulformen breiter werden. An dieser Stelle sage ich meinen Dank für das Engagement der Lehrerinnen und Lehrer im gemeinsamen Unterricht und den Förderschulen. Leider wird die gute Arbeit für behinderte Kinder in vielen Bildungsstellungnahmen nicht ausreichend gewürdigt. Eine gute gemeinsame Schule braucht Mitmacher, Mutmacher und die Anerkennung der kompetenten engagierten Arbeit vieler Menschen in unseren Schulen. Sie sind vorbildlich für andere.”
In Nordrhein-Westfalen gibt es 31.000 Kinder mit einer Behinderung zwischen 6 und 18 Jahren. Rund 127.000 Schülerinnen und Schüler in Nordrhein-Westfalen haben sonderpädagogischen Förderbedarf.