Die Welt dreht sich weiter

Bewegende Fotoausstellung im Rathaus Immenhausen baut Vorurteile ab.

Foto Maiterth Mütter- und Väterglück: Ohne den zweijährigen Luis gäbe es die Ausstellung “Außergewöhnlich: Väterglück” in Immenhausen vielleicht gar nicht. Der Sohn von Nadine und Lars Obermann hat das Down-Syndrom.

Im Immenhäuser Rathaus sind schon viele Ausstellungen gezeigt worden. So ergreifend, berührend und betroffen machend wie diese war allerdings noch keine. Unter dem Moto “Außergewöhnlich:Väterglück” wird die Wanderausstellung des Arbeitskreis Down-Syndrom e.V. präsentiert. Die Fotografin Conny Wenk fotografierte 22 Väter und ihre Kinder mit Down-Syndrom. Es sind positive Bilder, die zu Herzen gehen, mit denen die Fotografin Berührungsängste und Vorurteile abbauen, aber auch den neu betroffenen Familien Mut machen will. Denn, so Pfarrer Runzelheimer zur Eröffnung, es sei immer noch so, dass das Leben mit Behinderung und Behinderten für die meisten von uns etwas mit Angst zu tun habe, dessen Folge es sei, ihnen aus dem Weg zu gehen. Hinzu käme, dass Behinderung als Makel empfunden werde, weil vielen Menschen die Erfahrung im Umgang mit Behinderten fehle.

Die Fotografin räumt mit diesen Vorurteilen auf. Es ist ihr gelungen, die Wärme einzufangen, die diese Kinder ausstrahlen. Anhand von Texten wir deutlich, wie schwer es manchen Eltern gefallen sein muss, sich mit dem Gedanken anzufreunden, ein Kind mit Down-Syndrom großzuziehen und wie groß die Dankbarkeit inzwischen geworden ist, dieses Kind erleben zu dürfen. “Die Welt blieb für mich und deine Mama am 26. November 2004 für einen Moment stehen. Einen Tag nach deiner Geburt teilten uns die Ärzte die Diagnose Down-Syndrom und schwerer Herzfehler mit”, erzählt ein Vater von seinem Schock. Für ihn ist aber auch klar: “Mein Sohn, ein Leben ohne dich ist für mich nicht vorstellbar.”

Immenhausens Kämmerer Lars Obermann weiß aus eigener Erfahrung, was diesen Mann bewegt. Auch er und seine Frau Nadine haben einen Sohn mit Down-Syndrom. Vor mehr als zwei Jahren kam Luis zur Welt und sorgte dafür, dass seine Eltern sich mit der Enttäuschung, Ungewissheit und Ängsten auseinandersetzen mussten. Hilfe erfuhren sie dabei von Beate Bobke und dem Arbeitskreis Down-Syndrom Kassel. Aber auch von Menschen aus ihrem unmittelbaren Umfeld. Ingrid Rösel, die Frau des jetzigen Bürgermeisters, schenkte den jungen Eltern das Buch “Außergewöhnlich”. So wurden sie auf Conny Wenk aufmerksam, schöpften daraus Kraft und neuen Mut. Beides wollen sie durch die Wanderausstellung an andere weiter geben.

Bis zum 28.2.2010 ist die Ausstellung in Immenhausen noch zu sehen.

Eine Antwort zu “Die Welt dreht sich weiter”

  1. Hermann Stüssel sagt:

    Die Ausstellung wird nach dem Ende in Immenhausen
    (26. Februar 2010) in der Martin-Luther-Kirche in Gütersloh gezeigt (ab 14. März 2010).

    Am 21. 3 2010 um 18:00 Uhr findet anläßlich des Welttages Down-Syndrom ein Gottesdienst statt.

    Predigt: Rundfunkpfarrerin Christa Thiel, Dortmund

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