Hallo Ü-Wagen

Sendung: Hallo Ü-Wagen Thema: Was würde das ändern? Frühe Tests auf Down-Syndrom

Live und öffentlich aus Bielefeld, Niedernstraße, Altstädter Nicolaikirche, Moderation Julitta Münch, Redaktion: Ursula Daalmann

90,6 MHz – WDR 5, Samstag, 27. Juni 2009, 11.05 – 13.00 Uhr
WDR 5, Sonntag, 28. Juni 2009, 04:03 – 06:00 Uhr

Voller Vorfreude warten werdende Eltern auf die ersten Ultraschall-Bilder von ihrem Kind. Was aber, wenn sie samt Foto die Befürchtung mitnehmen, dass das Kind den häufigsten genetischen Schaden, das Down Syndrom, haben könne. Die meisten Frauen ab 35 unterziehen sich heute einer Reihe von vorgeburtlichen Untersuchungen. 90 Prozent entscheiden sich dann, wenn die Diagnose “Down Syndrom” lautet, für eine Abtreibung. Mittlerweile werden Tests entwickelt, die viel früher und unkomplizierter zuverlässige Aussagen bringen können. Wird dann die Entscheidung gegen ein behindertes Kind noch selbstverständlicher? Hallo Ü-Wagen mit Julitta Münch über die Frage, ob eine immer verfeinerte pränatale Diagnostik unser Verhältnis zum Leben mit Behinderungen verändert. In Bielefeld vor der Altstädter Nicolaikirche.

Kinder mit Down Syndrom sehen anders aus als andere. Früher nannte man sie deshalb auch mongoloid. Sie können gesund und geistig nur wenig beeinträchtigt sein oder aber ein Leben lang Hilfe benötigen. Fachleute glauben, dass die Betroffenen mehr unter der Ablehnung der Mitmenschen leiden als an der Behinderung selbst. Doch weil – im Falle des Falls – fast immer abgetrieben wird, leben kaum noch Kinder mit Down Syndrom unter uns. Kritische Stimmen warnen deshalb vor der pränatalen Diagnostik als Mittel der Selektion. Liegt das Problem also in unserem Umgang mit behinderten Menschen und unserem Wunsch, dass alle immer perfekter zu sein haben?

Eine Antwort zu “Hallo Ü-Wagen”

  1. Anne Röder sagt:

    Wenn Frauen, bzw. Eltern glauben, mit der Bestimmung der Trisomie 21 und evtl. Abtreibung sei alles getan, um einer Behinderung vorzubeugen, dann sind sie wirklich schlecht beraten! Das Down-Syndrom kann so unterschiedliche Ausprägungen haben und vor allem stecken häufig wunderbare Menschen mit beneidenswerten Eigenschaften und besonderen Fähigkeiten! Ich kann allen werdenden Müttern nur empfehlen: lassen Sie sich von möglichst mehreren Personen mit unterschiedlichen Kompetenzen beraten. Ein Leben mit Behinderung ist eine Bereicherung! Es muss nur der erste Schock überwunden werden.

Hinterlasse eine Antwort